Auf gemeinsamer Bodenlinie stehen auf eigenen wohl zweistufigen Fundamenten drei Neokorie - Tempel, der mittlere mit einer nicht definierten Statue im Zentrum. Alle Tempel besitzen 6 Säulen in der Front, sowie Dreiecksgiebel mit Akroteren und jeweils einen Punkt im Giebelfeld. An den mittleren frontal stehenden Tempel schließen in Schrägseitenansicht unmittelbar der linke und der rechte Tempel an, deren Säulenzahl an den Seiten nicht sicher (wohl 4 oder 5) bestimmbar ist. Das Dach des rechten Tempels ist von zwei Plattenreihen ortgangsgerecht und waagerecht gedeckt, der First des linken Tempels noch eben im Ansatz erkennbar.

Ref. Rs. Legende: im Abschnitt oberhalb der Tempel "ΔΗΜΗΤΡΙΑ" (s.2.Ex. #a0998img). Das vorliegende Ex. (ohne "ΔΗΜΗΤΡΙΑ") entspricht Burrell Typ 28c (Wien 15817, ohne Abb.). Das End "N" von Neokoron hat nicht mehr in die Zeile gepaßt und ist kurioserweise auf allen abgebildeten Beispielen an das Ende der Folgezeile gerutscht.

Weiteres Ex. #a0998img.
Vgl. 3 Neokorie-Tempel (#a0278img, #a0641img).

Unabhängig von der Säulenanzahl ist anzunehmen, daß die drei Neokorie-Tempel mit denen unter Valerian und Gallienus identisch sind (#a0641img und #a0278img). Der Hexastylos repräsentiert einen (älteren) Demeter-Tempel, der unter Elagabal zum 3. Kaisertempel mit den zugehörigen Spielen ("ΔΗΜΗΤΡΙΑ ΑΝΤΩΝΙΝΙΑ") gemacht wurde. Die Tempel standen nicht parallel, sondern waren um einen Platz mit einer offenen Seite geordnet. Auf dieser Münze wird die Topographie dadurch sichtbar gemacht, daß die beiden seitlichen Tempel in Vorderseitenansicht dargestellt werden. Die beiden späteren Münzen bilden die Tempel nicht mehr in einer Linie, sondern über die Münze verteilt, ab.

Literatur:

Pick, B.: Die tempeltragenden Gottheiten und die Darstellung der Neokorie auf den Münzen, in: Jahreshefte des österreichischen archäologischen Institutes Bd 7 (1904), S.1-41