4-säuliger ionischer Tempel mit paarweise zusammengerückten Säulen auf einfachem Sockel. Auf eben angedeutetem Epistyl liegen bds. in der Breite eines Jochs die Schenkel der Giebelschrägen auf, der Architrav ist also, unter Verzicht auf einen zentralen Bogen, noch stärker verkürzt als bei andern derartigen Darstellungen, zB Brouzos (#a0013img). Im Innern Tyche mit Füllhorn und Ruder in typischer Haltung.

Ref.: andere Rs.Legendentrennung.

Der gebrochene Architrav ohne Archivolte ist relativ selten: ua Amaseia, Antiochia ad Maeandrum, Attuda, Bostra (Spijkerman 40), Brouzos (#a0013img, #a0456img), Gabala (Hunter 3235, Lindgren III 2058), Kadoi (BMC 47), Nisibis (#a0050img), Paltos (Lindgren III 1209), Thessalonike (#a0010img, #a0449img) - und typisch für Magnesia (2-säulig #a0792img, 4-säulig #a0839img; vgl. ua #k0587, #k0592) bis fast zum Ende der Münzprägung; häufiger kommt allerdings auch in Magnesia der Bogen vor (#a0020img, #a0777img, #a0831img) vor. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Stil des Tempels und der verehrten Gottheit (Kybele, Tyche).

Nach Drew-Bear (S.43f) soll der Bogen zeitlich vor diesem (architrav- und bogenlosen) Typus eingeführt worden sein. Gerade Magnesia ad Sip. belegt aber, daß es sich eher umgekehrt verhält; die frühen Münzen der Stadt mit Tempelabb. zeigen zwei- und viersäulige Fronten ohne Bogen und ohne Epistyl (zB SNG München 271, Crispina). Das Weglassen des Architravs ohne Zufügung eines Bogens scheint ja auch der logische Weg zu sein, wenn (zumindest ursprünglich) ein Platzgewinn für eine Statue die treibende Absicht für eine Änderung der traditionellen Tempelfront-Darstellung war.

190 v. Chr. besiegten die Scipionen (und Eumenes II.) Antioches III. den Großen (zu dem Hannibal geflüchtet war). Der Erfolg sicherte die Kontrolle über Griechenland und brachte ua noch einen Kriegstribut von 15000 Talenten.

Tantalos, Niobe.