4-säuliger ionischer Tempel auf (wohl) zweistufigem Grund. Der Architrav ist gekehlt, die Giebelschrägen sind ebenfalls längsgeteilt und weisen Reihen von kugelförmigem Dekor auf (hier ist die innere Reihe nicht mehr erkennbar, zum Vergleich s. SNG München 94). Im Giebelfeld Schale/Schild; First- und Eckakrotere. Im Innern Standbild des Apoll mit Lyra.

Dieser Tempel (ebenfalls mit Dreiecksgiebel) für Caracalla und Geta (#a0872img), als einziges Bauwerk der Stadt auf Münzen.

Vgl. SNG Righetti 1014, SNG München 94, Price/Trell 365: unterbrochener Architrav mit Rundbogen ('syrischer Bogen'), ähnliche Legenden (ua "ΑΡΧ•Α").

Es ist doch sehr merkwürdig, daß, bei ansonsten nahezu identischer Rs. (incl. Legende), einmal ein klassischer Dreiecksgiebel (diese Münze), ein andermal dagegen ein Giebel mit syrischem Bogen präsentiert wird. Eine Reihenfolge im Sinne einer Stilentwicklung (vom Dreieck zum Bogen) ist kaum begründbar, da schon lange beide Sichtweisen in Lydien bekannt waren.

Als archäologisches Äquivalent könnte ein vermutlich ionischer Podiumstempel mit vier Säulen (Tempel 2) in Frage kommen (Matern, S.288), zur Form des Gebälks kann ohne weitere Untersuchung bisher nichts gesagt werden.

Die Rs.Legende betont die Herkunft der "Gründerväter" aus Makedonien (s.Notiz zu #a0825img).

Literatur:

Matern, P.: Bemerkungen zur blaundischen Münzprägung, in (ed.) A.Filges, Blaundos (Berichte zur Erforschung einer Kleinstadt im lydisch-phrygischen Grenzgebiet), Istanbuler Forschungen 48, Tübingen 2006, S.284-303