Rundaltar mit Girlande auf flacher Basis, darauf geringelte und aufgerichtete Schlange.
Es kann sich natürlich auch um eine Skulptur auf rundem Sockel handeln, die Girlande ist aber doch eher an Altären zu finden.

Ref. Rs. von minimal unterschiedlichem Stempel.

Ein solcher Altar im Innern von (Asklepios-) Tempeln : Pautalia (#k0063, #k1478), Augusta Traiana (#k0065); die Tempel sind von einem oder mehreren Bäumen gerahmt, stehen also in einem (hl.) Hain. Ähnliche "Schlangenaltäre" kommen auch in Kleinasien vor, zB Amaseia (Dalaison 20-22, S.172: Inkarnation des Asklepios, vgl. #a0228img: Schlange ohne Sockel im Tempel), Seleukia Sideria (Imhoof, KM S.399.8; SNG France 1904),

Die auf Münzen abgebildeten (meist isoliert stehenden) Altäre dürfen nicht mit den Umgrenzungen von hl. Bezirken verwechselt werden, auch wenn diese Motive recht ähnlich gestaltet sein können (zur Unterscheidung s. Notiz zu #a0268img).
Einfache Postamente für diverse Gegenstände können, so wie hier, altarähnlich imponieren, obwohl die ikonographisch sicheren Kennzeichen (offenes Feuer, Altarhörner, Platte, auch Girlanden) fehlen; eine eindeutige Identifizierung ist häufiger wohl nicht möglich.
Davon abgesehen wurden wohl überwiegend Altäre im eigentlichen Sinn (s.o.) nicht mit Objekten irgendwelcher Art abgebildet. Die spärlichen von Fishwick (1999, S.101 und Anm. 33f)) angeführten Gegenbeispiele sind zwanglos auch anders zu erklären. Einerseits handelt es sich im Falle des Beispiels aus Adraa (Price/Trell 442) eher nicht um einen Altar (s.o., Opferstelle), stattdesssen aber um einen hohen begehbaren Unterbau für den hl. Stein, vergleichbar mit Bostra (#a0853img) und Charachmoba (#a0926img), vgl. auch Selge (#a0108img).
Auch das Beispiel aus Kaisareia weist nur einen untypischen altarähnlichen Unterbau ohne Stufen (#a0255img) für das Agalma des M. Argäus auf; das Bild (Modell?) erscheint ja noch in allerlei anderen Variationen (zB im Tempel, anstelle des Tempelgiebels, als "Mauerkrone auf dem Kopf der Tyche). Vermutlich wird man das Motiv in Kaisareia als Identifikationsmerkmal verstanden haben, ähnlich den Gespannskulpturen in Amaseia (zB #a0065img) oder Parion (#a0988img, #a1015img), die ihren Platz sicher nicht auf einem Altar hatten. Die Prägungen aus Amaseia sind außerdem sehr unterschiedlich gestaltet und können, abgesehen von dem gemauerten Unterbau (s. #a0473img), kaum ein real existierendes Bauwerk darstellen (s.Notiz zu #a0065img). Auch die sehr häufigen Darstellungen von Adlern auf "Altären" (zB #a0087img, #a0365img, #a0402img) werden "symbolisch" gemeint sein.
Das Sanktuarium von Byblos (#a0539img, Price/Trell 271) zeigt deutlich, daß der Baetyl nicht auf (Fishwick, S.99: "the sacred stone rests upon its altar") , sondern, ebenso wie zB die Säule mit Adler (Markianopolis #a0259img, #a0506img; Altar oder Tisch), hinter dem Altar zu sehen ist. Entsprechend ist das Bild des Altars mit dem Stein von Emesa im 'Tempel' (Price/Trell 297, vgl. #a0760img: ein Adler anstelle des Steins!) zu verstehen, wenn man gelten läßt, daß 'Tempel' mit Altären nicht einen geschlossenen Tempelbau wiedergeben, sondern die Propyläen zu einem Temenos mit freistehendem Altar (zumindest im Vorderen Orient,; s. Notiz zu #a0963img, Dium/Dekapolis); das ergäbe dann ein ähnliches Bild in Frontalansicht wie die Darstellung des Sanktuariums von Byblos aus der Vogelperspektive.
Die von Fishwick angeführten Beispiele aus Sagalassos und Teos mit Brustbildern im Tempel (Price/Trell 394 und 356; so auch Berytos #a0368img) haben mit Altären nichts zu tun, im Falle Sagalassos ist sogar ein entflammter Altar direkt neben dem Idol 'im' Tempel abgebildet.

Weiterhin erscheinen Altäre, wenn überhaupt, extrem selten mit einer Überdachung, meist als "Baldachin" (dazu s. Notiz zu #a1021img) bezeichnet.
Die von Fishwick (s.o.) beigebrachten Beispiele überzeugen nicht. Die Gesamtkonstruktion des "Bauwerks" in Sagalassos (Dioskuren, s. Notiz zu #a1041img), und damit auch die Funktion der Bögen 'über' den Altären, muß wohl offen bleiben. Die beiden Prägungen aus Aperlai (vgl. Price/Trell 17 und 18) stellen entgegen dem ersten Eindruck denselben entflammten und bogenüberspannten (?) Altar dar, einmal aus der Vogelperspektive in einem offenen Hof, zum andern auf eigener Basis in einem klassischen Distylos; dieser öffnet, als pars pro toto für den Eingang zum Altarhof (s.o. Emesa), den Blick auf den entfernt stehenden Altar. Im Gegensatz zu dem Dioskuren-Tempel in Sagalassos ist hier der Bogen ohne Säulen der Altarplatte aufgesetzt, er ist aber ebensowenig eindeutig als Kuppeldach zu deuten. Als drittes Beispiel ist der Pergamon-Altar aufgeführt (dazu s.Notiz zu #a0721img).

Als Beleg für real existierende überdachte Altäre dient der Haterier-Sarkophag (Abb. Price/Trell 219): auf einem vier- oder sechseckigen hohen Sockel (Altar) lodert ein Feuer, überspannt von einer schindelbedeckten Kuppel auf drei sichtbaren Säulen mit einer Kugel als Apex (vgl. Rundtempel Synnada #a1021img) - und ohne Rauchabzug. Die Funktion des Baus ist nicht evident, eindeutige Hinweise, vom Feuer abgesehen, sind nicht erkennbar.