6-säuliger ionischer Tempel mit jeweils drei eng zusammengerückten Säulen und dadurch weitem zentralen Interkolumnium auf dreistufigem Unterbau. Der Architrav ist in der Mitte um ein Drittel unterbrochen und wird dort von einem doppelreihigen Perlschnurbogen überbrückt ('syrischer Giebel'). Auf den äußeren Enden des Architravs lagern die Schräggiebel mit einem mittleren starken und je einem inneren und äußeren viel schwächeren Perlschnurband. Ungewöhnliche, auf dieser Münze nicht definierbare Eckakrotere, ein Firstakroter aus drei kleinen Kugeln (?), je eine Schlange in den Feldern über den Giebelschrägen.
Die untere Hälfte des Innenraums wird von einem quadratischen Block eingenommen, dessen Konturen allseits von drei ganz feinen Perlschnurreihen umwunden ist und der auf drei kugeligen Füßen steht. An den oberen Ecken evtl. die Attribute eines gehörnten Altars. In der Mitte obenauf steht eine dreieckige, wohl kegelförmige Figur mit 'Kopf'.

Ref. stempelgleich (Aukt. MuM Stuttgart 11.84 = #k0264). SNG München 158 ist bds. recht abgegriffen; allerdings scheint die Rs. stempelgleich, in jedem Fall ist aber die Identifizierung als "Kultbild der Artemis Ananaitis" unrichtig; die Vs. ist (fälschlich??) Septimius Sev. zugeordnet.

Das ungewöhnliche zentrale Objekt bedarf der Erklärung. Nach Kraft (S.173, 85a) handelt es sich um das simulacrum der Kore. Die dort abgebildete Rs. ist jedoch deutlich abgegriffener, sodaß leicht der Eindruck entstehen kann, es handele sich um das konturarme Kore - Kultbild. Imhof-Blumer (Lyd., S.14) meint eine Verbindung zu den persischen Feueraltären zu sehen, weil nach Pausanias (dazu kurz Pudill, S.6) auch Perser in Lydien angesiedelt waren; allerdings stehen diese Altäre regelmäßig höher aufragend unter freiem Himmel. Nach Nollé (s.u., S.154) reflektiert das Bild den sich selbst entzündenden "Brandaltar" der Artemis.
Mit dem hier dargestellten Kultbild vergleichbar: Sagalassos #a0094img, Synnada #a0660img, Edessa/Mesop. #a0692img.
Die "Füße", bei allen Beispielen gut erkennbar, weisen mE darauf hin, daß es sich nicht um ortsfeste, sondern bewegliche Objekte handelt, etwa im Sinne von (kleinen tragbaren) Räucheraltären oder -gefäßen (Thymiateria, Turibula ??).

Literatur:

Altinoluk, S.: Hypaipa (a lydian city during the roman imperial period), Istanbul 2013
Nollé, J.: Zum Kult der Anaitis Artemis von Hypaipa..., JNG 62 (2012), S.127-195
Pudill, R.: Einige Aspekte der Münzprägung von Hypaipa in Lydien, Geldgeschichtliche Nachrichten (GN) 231 (2007), S.5-18