Jahr 15, 151/2 n.Chr.
4-säuliger wohl ionischer Vorbau für den veremutlich von Kolonnaden umschlossenen Altar des Agathodaimon. Zweistufige Basis, hohes zweigeteiltes Gesims, an dessen Enden Akrotere in Form von Aphlasta. Der Architrav ist hier durch Senkrechte in Kompartimente unterteilt, welche einen Fries symbolisieren mögen (vgl. dagegen #a0520img). Zwischen den Kapitellen hängen Girlanden, im Zentrum eine (weibliche) Gestalt (Eusebeia ?). Obenauf ein flammendes Feuer aus drei Pinienzapfen (oder: Anzünder aus Pech, so Handler, S.68). Pinien als Symbol (vgl. Altar #k3289).

Varianten 4-säulig (#a0616img u. #a0863img, geringfügige Abweichungen), 6-säulig (#a0520img). Nur auf Münzen von Hadrian und Antoninus Pius. Die Variante Dattari 3006 zeigt den Agathos Daimon selbst.

Früher als Tempelfassade (ua BMC 882) angesehen, wird der Bau heute meist als Peristyl, bezeichnet. Natürlich kann es sich auch nur um einen Vorbau/ Zugang zum Altar handeln. Dieser ist zum einen als solcher gar nicht dargestellt (sondern nur das Altarfeuer). Zum andern hat der Graveur das, was sich hinter dem Eingang befindet (oder abspielt), wie häufig, auf das Gebäude plaziert. Daß es sich nicht um die Front des Altars selbst handeln kann, belegt die im Interkolumnium stehende Figur. Darüberhinaus sind auf der 6-säuligen Variante zwischen allen Säulenpaaren gitterartige Absperrungen (reticula) zu sehen.

Andere Großaltäre sind ua aus Kos, Kyzokos, Parium, Pergamon, Priene, Samothrake bekannt, alle auch aus hellenistischer Zeit.

Literatur:

Handler, S.: Architecture on the Roman Coins of Alexandria, AJA 75 (1971), pp 57-74
McKenzie, J.: The Architecture of Alexandria and Egypt, New Haven u. London 2007