Ägyptisierender Tempel mit 4 (auf kleinen Sockeln stehenden) Hermen in Funktion von tragenden Säulen auf 4-stufiger trapezartiger Basis. Auf den Scheiteln der Hermen ruht ein zweibalkiger Architrav, über dem sich ein segmentförmiger Giebel erhebt. Über die Rundung des Giebels ist eine aus Blättern geflochtene Kette gelegt. Im Giebelfeld von links nach rechts Schildkröte, Hahn, Widder, Petasus, Caduceus, Geldbeutel - allesamt Attribute des Merkur. Im Zentrum steht auf hohem Sockel eine Statue des Merkur selbst mit Caduceus in der Linken und Geldbörse in der Rechten.

Diese Münze zeigt deutlich Säulen vom Typus einer Herme (vgl. #a0670img); zu anderen Deutungen s. Tameanko, S.170f.
Karyatiden (oder Atlanten?) als tragende Strukturen (#a0590img).

Das Münzbild stellt sicher keinen Tempel im eigentlichen Sinn und von angemessener Größe dar. Der ungewöhnliche Stil hätte dann nicht allein Spuren auf diesen Münzen hinterlassen. Möglicherweise handelt es sich um einen in einem größeren Tempel plazierten Schrein, ähnlich einem Seitenaltar.

Die Initiative zu dieser Emission soll von Marc Aurel als Reaktion auf das Regenbogenwunder im Feldzug gegen die Quaden ausgegangen sein. Merkur als Regenspender erscheint auch auf der Marcus-Säule.
Vgl. Variante (#k1745).