4-säuliger (Rund-) Tempel mit paarweise auf höherem Sockel eng zusammenstehenden Säulen ohne Architrav und gegliederten Giebel. Das flache (schindelgedeckte, s.#k11736) Dach läuft zu einem auf der Spitze stehenden Konus zusammen, der die Standfläche für eine (hier nicht mehr erkennbare) Victoria bildet. Im Zentrum steht eine weibliche Figur mit Langszepter im linken Arm und Schale (?) in der rechten Hand vor einem Altar auf einer schmalen Basis. Diese und die Sockel der Säulenpaare stehen auf einer gemeinsamen Bodenlinie.

Vgl. eine andere Sicht des Tempels (#a0611img, s.dort).
Einen ähnlichen Dachabschluß (apex) sieht man auf den häufigen Münzen aus Antiochia/Sel. mit Darstellung eines tragbaren Schreins (zB #a0017img).

Alle Ref. Rs.stempelgleich.

In der Literatur wird weitgehend von "Tempelfront" (ua vAulock) gesprochen. Das Fehlen eines ausgestalteten Giebels ist jedoch immer das erste Zeichen für den Versuch, ein rundes Gebäude abzubilden (s. Stobi: #a0225img im Vergleich mit #a0448img). Ein weiteres übliches Indiz für die zirkuläre Struktur ist die offenbar beabsichtigte diskrete Konkavität anstelle eines geraden Architravs. Der Vesta-Tempel, unbezweifelbar ein Rundbau, wie er auf einem As (( des Vespasian abgebildet ist, sieht dem vorliegenden Bild zum Verwechseln ähnlich.

Interessanterweise ist der Tempel (#a0611img, s.dort) sehr ähnlich gestaltet, wenn auch mit einer Kuppel versehen. Die Säulenpaare, die ungewöhnlichen Sockel der Säulen, das Kultbild auf eigener flacher Basis und die geringe Konkavität anstelle des waagerechten Architravs berechtigen zu der Annahme, daß es sich um denselben Tempel handelt. Bemerkenswert ist der massiv erhöhte Unterbau, der dadurch den Bau als 'Podiums-Tempel' definiert und der mit der Inschrift "FORTUNA" den Bau identifiziert. Darüberhinaus bringt die ungewöhnliche Art der Bedachung den Charakter eines Rundtempels deutlicher als auf dem vorliegenden Stück zum Ausdruck.

Diese beiden Prägungen mit der Abbildung eines Rundtempels sind zusammen mit der gordianischen Prägung eines sechssäuligen Men-Tempels mit klassischem Dreiecksgiebel (Kryszanowska Tf.37.81) die einzigen Architekturdarstellungen der Stadt.

Die von Hefner S.42 (I,2,2P) verwirrenderweise hier untergebrachte Münze stammt, wie die Umschrift sagt, nicht aus Pisidien, sondern aus Mesopotamien (Nisibis); seine Beschreibung (Tetrastylos mit klassischem Dreiecksgiebel) paßt darüberhinaus nicht zur angegebenen Ref. BMC (Bd.28, S.122) 17 (eine Variante: #a0345img), sondern zu dem Hexastylos #a0689img (eine viersäulige Prägung ist nicht bekannt).

Literatur:

Krzyszanowska, A.: Monnaies coloniales d'Antioche de Pisidie, Warschau 1970