Jahresangabe nicht lesbar.
4-säuliger gedrungener und schmuckloser Tempel mit flachem Dreiecksgiebel auf sehr hohem 'Sockel', der bds.zusätzlich Preiskronen trägt, die bis in Dachhöhe reichen. Im Rücken des Tempels erhebt sich ein 'Berg' in Form eines Dreiecks. In der Höhe ist eine Grotte (?) abgebildet, an den Flanken erkennt man Baumwipfel und diverse Figuren. Bds. in halber Höhe und auf der Bergspitze (Helios?) stehen drei größere Statuen jeweils mit Szeptern (?) in der linken Hand.
Sehr viele Varianten, zB (#k3132), mit nur 2-säuligem Tempel (#k3133). Mons Argäus auf Altar ( ), von Tempel umschlossen (#a0233img, #a1018img), in Form einer "Mauerkrone" (Tyche, SNG vAulock 6530), auf Kultwagen (SNG vAulock 6502); dazu Pensa/citta, S.278f.

Vs. RPC und RNS 33.1927 wohl stempelgleich, Rs. von anderem Stempel (falscher Hinweis auf Leypold 2804).
Alle anderen Beispiele zeigen eine belorbeerte Büste.
SNG Turkey II ist abgegriffen, scheint jedoch bds. stempelgleich - bei falscher Zuordnung zu Severus Alexander. MFA ebenfalls anscheinend bds. stempelgleich, aber Caracalla zugeordnet.

Die Bergansicht war das erste Landschaftsbild außerhalb der stadtrömischen Münzprägung, kurz bevor das alte Eusebeia zu Ehren von J. Caesar umbenannt wurde (9 v.Chr.). Es ist nicht unmöglich, daß die Prägung unmittelbar auf den republikanischen Denar mit dem M.Eryx (s. Notiz zu #a0994img) zurückzuführen ist (so Cheilik, S.217). Jedenfalls wird das Motiv in der Folgezeit zu einer Art Stadtwappen (s.o., Varianten), ähnlich dem M. Garizim von Neapolis.

Weiss (S.43) sieht den Berg als sehr realistisch ("quasirealistisch") wiedergegeben, ua erkennt er überzeugenderweise in dem zentralen Gebilde unterhalb des Gipfels nicht eine Grotte, sondern ein real existierendes Lavafeld (Tf.6, Abb.1).

Mons Argäus ("ΟΡΟΣ ΚΑΠΠΑΔΟΚΙΑΣ, ΘΕΟΣ, ΟΡΚΟΣ, ΑΓΑΛΜΑ") wurde schon früh als Berg (- Gottheit) verehrt, um später im Kaiserkult aufzugehen. Auf einigen Münzen ist auf dem Berg eine Statue mit Strahlenkrone und Lanze zu sehen, die an den in vorrömischer Zeit möglicherweise verehrten Sonnengott erinnern sollte; da der vergöttlichte Kaiser jedoch ebenfalls in dieser Gestalt verehrt wurde, ist die Statue wohl eher dem Reichskult zuzuordnen.

(("symbol of the city" (Cheilik, S.219), Heraldik (Pensa, ebda).

"ΑΓΑΛΜΑ" ist irgendein Abbild einer Gottheit (wenn hölzern: "ΞΟΑΝΟΝ") oder einer deifizierten Person oder Sache im Gegensatz zu "ΕΙΚΩΝ", welches irgendeine Abbildung eines Menschen meint, in Form einer Statue "ΑΝΔΡΙΑΣ". Im Lateinischen entspricht dem die Reihe "simulacrum, imago, statua".

Abb. von andern Hl.Bergen ua: Delphi, Dokimaion, Eirenopolis, Kleonai, Neapolis, Prostanna, Synnada.

Literatur:

Weiss, P.: Argaios / Erciyas Dagi - Heiliger Berg Kappadokiens, Monumente und Ikonographie, JNG 35 (1985), S. 21-48
Ireland, S.: Greek, Roman and Byzantine Coins in the Museum at Amasya, RNS 33, London 2000