2-säuliger Tempel auf flacher Stufe mit einfachem jedoch kräftigen Epistyl. Darauf ruht ein hoher segmentförmiger Bogen mit Akroteren auf dem Scheitel und an den Ecken. Im Innern Apollostatue auf eigener flacher Basis nach links.

Weiteres Exemplar: #a1051img (Vs. stempelgleich, Rs. von diskret unterschiedlichem Stempel).

Angesichts der großen Anzahl von Bogendarstellungen (sog. 2-säulige Tempel, s.Notiz zu #a0005img) ohne Epistyl (*) könnte der vorliegende Typus (außerdem in der vorliegenden Sammlung noch: #a0084img, #a0461img, #a0660img, #a1051img, vgl. #a0173img) eine besondere Bedeutung haben. Der Künstler nutzt nämlich nicht den eigentlich durch den Rundgiebel vorgegebenen Raumgewinn, um die Kultfigur zu betonen - wie es nach allgemeiner Meinung zu erwarten wäre. Stattdessen bildet er auch einen Architrav ab, und das könnte durchaus als Hinweis darauf zu verstehen sein, daß das Münzbild einen 'Tempel' mit Segmentgiebel zeigen soll. Solche Giebel sind in der antiken Baugeschichte nicht unbekannt, wurden aber weniger an großen Tempeln als kleinformatigen Nebenbauten verwendet. ((
Die gelegentlich vorgebrachte ( ) Deutung als Rundtempel mit einer Kuppel ist unwahrscheinlich: eine Variante dieses Tempels (#k4422) mit Apollo vor Altar weist einen Punkt im Bogengiebelfeld auf, das spricht gegen einen Rundbau und für einen Bau mit Segmentgiebel.

Bds. stempelgleich: Schönert-Geiss 326(V 106/R 280), von ähnlichen Stempeln: #a1051img.
Unterschiedlich: Price/Trell (Legendentrennung, Apoll an Altar; Schönert-Geiss 250), BMC (Apoll mit Pfeil).
Vgl. (#a0401img): ohne Architrav.

Schönert-Geiss (S.46f) nimmt an, daß die verschiedenen Standbildtypen des Apoll zu den unterschiedlichen Tempeltypen passen und damit auch wirklich in der Stadt vorhandene Heiligtümer repräsentieren.

(*) Die üblichen Bögen (ohne Architrav) sind ja wohl meist nur als Rahmen für die Kultstatue, gelegentlich auch als Ausschnitt aus einem größeren Ganzen (s. Notiz zu #a1021img) zu sehen.