Figuren in Nischen bds. des Haupttores.
Rs.Varianten Macrianus s.Anm. zu (#a0077img), Quietus (#a0071img), Salonina (#a0464img).
Stempelgleich (#k3007), Variante (#k2030), ohne Figuren (#k0729) bzw.(#k0119).

Leider kommt es in der Beschäftigung mit Provinzialmünzen auch heute noch gelegentlich zu nicht nachzuvollziehenden "Ungenauigkeiten". Als Beleg kann zB die Seite 161 aus dem Buch von N.Elkins dienen, der dort ua zu Nikaia ausführt, die Münzbilder der Stadt seien nicht "until the reign of Macrinus" (sic! Macrianus?) erschienen. Weder wäre Macrinus noch wäre Macrianus richtig. Im zweiten Fall wären dem Autor nur die Ausgaben unter Macrianus und Quietus, nicht dagegen die Ex. von Gallienus und Salonina bekannt. Darüberhinaus ist die Äußerung unverständlich, die Stadtmauernprägung aus Nicaea "appears to have influenced Bizya's coinage", womit die Stadtansicht auf der GB des Philippus I (ua Jurukova Tf.21.135/1 u.2, Tf.23.137, Price/ Trell 24) gemeint ist; das ist zeitlich nicht möglich. Auf derselben S.161 läßt Elkins die "lokale römische Prägung" in Nikopolis ad Istrum erst unter Septimius Severus beginnen; richtig ist, daß schon unter Antoninus Pius, Marcus Aurelius und Commodus insgesamt mindestens 65 verschiedene Typen in vielen Varianten geprägt wurden. Weiter auf S.161 soll die Prägung von Stadttoren in Nikopolis erst unter Macrinus begonnen haben; richtig ist, daß ein Stadttor schon unter Severus (sowie Caracalla, Plautilla und Geta) zu sehen ist, nämlich die bekannte Ansicht AMNG 1331 (BMC 7, Price/ Trell 26) mit diversen Varianten.
Die Meinung des Autors (noch S.161), die Motive 'Stadtansicht, -mauer und -tor' seien nach ihrer Einführung im Balkanraum weiter in Kleinasien verbreitet worden ("The designs, first introduced in the Balkan regions...."), sollte - den notwendigen Überblick vorausgesetzt - zumindest etwas eingeschränkt formuliert werden; schon vor Hadrian (Stadttor Bizye) wurden zB geprägt: Denar Considius Nonianus (M.Eryx; #a0994img, Crawford 424/2), Aureus Servius Rufus (Tusculum, Crawford 515/1), Augustus und Tiberius (Emerita, zB #a0285img ), Germanicus (Caesarea Germanica, Price/Trell 513), Germanicus/ Claudius (Anazarbos, zB #a0874img), Aureus Claudius (Castrum der Prätorianer), Rheskouporis II und Sauromates I (Kgr. Bosporos, #a0120img und #a1009img), Domitian (Amaseia, #a1034img), (Pella/ Macedonia, Price/ Trell 522); selbst im griechischen (Sidon, Tarsos, zB Pr/Trell 93, #a0961img), persischen (Orodes I) und afrikanischen (Cirta, #a0568img) Raum gibt es sehr vereinzelt Stadtmauern oder Stadttore auf Münzen - alle völlig unabhängig von den späteren Prägungen in Moesien inf., Thrakien und Bithynien (dort neben Nikaia übrigens auch Prousias, #a0755img).
Während und nach der zeitlich überschaubaren Blütezeit (*) dieser 'defensiven' Prägungen wurden im gesamten Osten nur sehr wenige (nicht einmal zehn) Stadtmauern und -tore abgebildet: Amaseia (#a1004img, in Reminiszenz an die Prägung unter Domitian), Isaura (#a1025img), Laodikea (zB #a0896img: Tyche mit Stadtmauerkrone), Side (#a0997img), Tyros (zB #a0649img: Bau von Karthago, aber eher "mythologisches" Interesse). Eine bemerkenswerte Ausbreitung und Tradition ist demnach eigentlich nicht zu notieren, die Hauptproduktion hat sich auf die Bereiche Balkan und Bithynien konzentriert.
Unabhängig davon ist der Einfluß dieser Regionen, trotz der recht kurzen intensiven Prägeperiode von eben 60 Jahren, auf die spätrömischen Argentei und Folles augenfällig (Elkins, S.162f).

(*) im engeren Sinne von Septimius Severus bis Gordianus, im weiteren Sinn mit solitären Motiven von Hadrian bis Quietus.