"T" = Jahr 300 d.Ära (253/4 n.Chr.).

2-säuliger Tempel über Eck nach rechts mit plattendecktem Satteldach und 4 seitlichen Säulen auf der linken Münzhälfte. Den Frontsäulen sitzt ein halbrunder Bogen ohne waagerechten Balken (Sims) auf, darüber die Giebelschrägen. Rechts davon steht der Kaiser mit Phiale in der Rechten und Schlangenstab in der Linken vor flammendem Altar, alles auf einer durchgehenden Bodenlinie.
Vs.: vor Hals und Kinn des Kaisers ein Schlangenstab i.F.

Bds. stempelgleich: #a0931img (und alle Ref., #k0077 und #k3038)
Varianten: Lindgren I.A1412A und (#k5517 = CNG 60/ 2002, Nr.1252 = Stack Jan 2010, Nr.289 = Haymann 240b).
Ref.Levante: Ethnikon falsch gelesen.
Zu "Nauarchis" (#a0626img).

Wie schwierig eine solche Darstellung für den Künstler war, läßt die sehr interessante Variante (#k5517) erkennen: der Bogen liegt links nicht gemeinsam mit der Giebelschräge der Ecksäule auf; der Stempelschneider hat, völlig unrealistisch, eine zusätzliche Säule freistehend und nur zur Abstützung des Bogens links eingefügt !
Meist sind die Bögen in Schrägseitansicht leer, dh ohne Figuren; gelegentlich ist aber doch eine Statue zu sehen (zB Aigeai, SNG Levante 1774).

Der Kaiser ist hier wohl als Oberpriester des Asklepios vor dessen Tempel dargestellt, der Schlangenstab der Vs. soll sogar ein Zeichen für die Identifikation von Valerian mit Asklepios sein (Burrell, S.231).

Zu kaiserlichen Opferszenen s. Notiz zu #a0118img.

Die Münze widerlegt zusammen mit einigen anderen Prägungen (*) die Meinung von Drew-Bear (S.37), daß Bögen nicht in perspektivischer Zeichnung vorkommen.

(*) ua #a0790img (Nikopolis/ Epeiros), #a0652img (Aigeai); Price/Trell 400 (Korkyra), 407 (Side); SNG Hunter 3428 (Tyros); RPC III.2892 (Galatia)

Literatur:

Drew-Bear, T.: Representations of Temples on the Greek Imperial Coinage, Museum Notes 19, New York 1974, S.27-63
Haymann, F.: Untersuchungen zur Geschichte und Identitäskonstruktion von Aigeai im römischen Kilikien, Gephyra 9, Bonn 2014