4-säuliger wohl ionischer Tempel mit gedrehten Säulen auf 2- stufigem Grund. Akroteren und Dekor auf den Schrägen, Schild und Speer im Giebelfeld. Im Innern Asklepios mit Schlangenstab und wie gewohnt gewandet.
Verwendung verschiedener Sigmata in der Umschrift.

Ref. Rs. stempelgleich.

Der Kult des Asklepios, Sohn des Apoll und mittels Sectio Caesarea zur Welt gekommen, hatte sich sehr bald, Ausgang nehmend von Epidauros, über die ganze Welt (bald 500 bekannte Asklepieia, vgl. Hart, Appendix 3) ausgebreitet. Spätestens 291 v.Chr. eroberte er auch Rom, nachdem die von der Pest geschlagene Stadt von den Äskulapnattern, wie man meinte, gerettet worden war. Diese waren, einem sibyllinischen Spruch folgend, von Epidauros auf die Tiberinsel verbracht worden, wo sie die ihnen zugeschriebene Heiltat bewirkten.
Die auch in Deutschland (Schlangenbad) noch lebenden Baumschlangen (daher das Symbol des Äskulapstabes) waren natürlich an den Orten, die sich zur antiken Balneotherapie eigneten, heimisch. Sie teilten ihr geheimes Wissen den Heilkundigen mit, die es den Heilunkundigen vermittelten (heute, könnte man meinen, )). Nicht ganz so edel, und eher aus den Niederungen des levantinischen Ärztealltags stammend, ist die profane Deutung des Schlangenstabs als Abbildung einer therapeutischen Maßnahme: auch heute noch wird der als Parasit in der menschlichen Haut lebende Medinawurm (Drakunkulose) mittels eines Holzstäbchens über längere Zeit 'herausgewickelt'.

Literatur:

Hart, G.: Asclepius the God of Medicine, London 2000