4-säuliger korinthischer (Rund-) Tempel mit Kegeldach, auf dessen Spitze ein Globus, 'Eck'- Akroteren, kein Sims. Das Dach erscheint wie ein gleichschenkliges Dreieck, also nicht wie zB bei stadtrömischen Rundtempeln mit einem gerundeten Sims. Das Postament besteht aus 3 sichtbaren schmucklosen Feldern, deren Kanten in der Senkrechten durch Pilaster, in der Waagerechten/ Schrägen durch Simse hervorgehoben sind. So erscheint der Unterbau in der Mitte des Gebäudes als liegendes Rechteck, bds. anschließend (nach "unten" gerichtet) zwei Rhomben. Die beiden mittleren und kürzeren Säulen stehen auf den Ecken des Rechtecks, die seitlichen und längeren auf den Ecken der Rhomben. Im Innern eine Statue des Apoll mit Schlangenstab, an der Linken, bis zum Oberschenkel reichend, Eros. Bds. neben dem Bau je ein stilisierter Baum.
Der Eindruck einer Tholos wird hier durch das (hohe) Postament hervorgerufen: die kürzeren Säulen stellen demnach die vorn stehenden, die längeren Säulen dagegen die hinten stehenden dar. Das Dach folgt dem nicht. Auch ein polygonaler (hier sechseckiger) Grundriß wird vorgeschlagen (so Szubert, S.45). Ob ein solcher im Tempelbau angewendet wurde, entzieht sich meiner Kenntnis; hexagonale Grundrisse in anderen Bereichen sind dagegen nicht ungewöhnlich (Höfe, zB Heliopolis, Türme, Hafenanlagen, Bassins und später Baptisterien).
Die Bäume, so nehme ich einmal an, verweisen auf den Kurpark. Es wird wohl keine antike medizinische Einrichtung mit Äskulapnattern (Baumschlangen), aber ohne Bäume gegeben haben.

Seltene Darstellung des Schlangenstabs im Zusammenhang mit Apollon iatros (ebenso bei Zeus Meilichios als Heilgott, s. Gerabek, S.15), aber schon in der frühen Kaiserzeit wurden Apollo ("Apollo medicus"), Aesculap und Salus sehr eng beisammen gesehen, zumal Apoll bekanntlich Vater des Asklepios war. Im Übrigen beginnt der Eid des Hippokrates wie folgt: "Ich schwöre und rufe Apollon, den Arzt, und Asklepios und Hygieia und Panakeia und alle Götter und Göttinnen zu Zeugen an, daß...". Als Apollon Alexikakos ist der Gott der Bewahrer vor allem Bösen (und Kranken!).
Zum Äskulapstab s. Notiz zu (#a0658img).

Literatur:

Hristova, N. u. Jekov, G.: The Coins of Thrace, Serdica (bulgar.), Blagoevgrad 2007
Steger, F.: Asklepiosmedizin. Medizinischer Alltag in der römischen Kaiserzeit. MedGG Bh.22, Stuttgart 2003
Gerabek, W. et al.: Enzyklopädie Medizingeschichte, Berlin 2004
Szubert, W.: On the Depiction of Sacred Architecture on Coins (Thracia), Archeologia (poln.) 29 (1978), S.35-45
Wroth, W.: Apollo with the Aesculapian Staff, Numismatic Chronicle 3.Serie, II, S.300-4