Doppelstöckige jeweils 6-säulige ionische Säulenhalle auf massivem ungegliederten Fundament mit hohem Geschoßsims (darauf Ethnikon) zwischen den Etagen. Die Säulen des oberen Stockes, welches von einem perlschnürigen Epistyl abgeschlossen ist, sind niedriger und von kleinerem Umfang als die des Grundgeschosses.

Stempelgleich: vAulock 7012 und RPC 2036/2 u.3.
Vgl. Rs. Britannicus (#k3890, RPC 2039).
Die varianten Ref. weisen eine Girlande im oberen Stock und "ΝΕΙΚΑΙΕΩΝ" auf.

Es handelt sich wohl um einen kurzen Ausschnitt einer Gebäude-Längsseite, vergleichbar dem republikanischen Denar #a0019img (villa publica, s.dort). Die dazu gehörigen Stirnseiten sind wohl ebenfalls auf Münzen der claudischen Familie (nicht in dieser Sammlung; nebeneinander abgebildet bei Stumpf, Tafel VII) zu sehen. Die Säulen werden zT auch als dorisch beschrieben, dann wäre der Bau etwa so vorzustellen wie die Säulenhallen des Forums in Pompeji (unteres Geschoß dorisch, oberes ionisch).

Auch wenn sonst in Beschreibungen oft von 'doppelstöckigem Tempel' gesprochen wird, denke ich, daß es sich um einen Profanbau, im Sinne einer Stoa etwa, handelt. Nach Price u.Trell (S.99) handelt es sich um den Eingang zu einem hl. Bezirk, was aber angesichts der stark betonten Basis unwahrscheinlich erscheint; darüberhinaus fehlt jeder Hinweis auf einen Eingang: zB (Stufe, Tür, ebenerdiger Durchgang.

Die Plazierung von Schrift auf einem Sims oder Architrav ist zwar nicht häufig, aber auch nicht außergewöhnlich (zB #a0092img, #a0124img, #a0272img, #a0745img, #a0975img).

Rs. Legende "ΑΝΘΥΠΑΤΟΣ" bedeutet Proconsul.

C.Cadius Rufus wurde 49 in einem Repetundenprozeß verurteilt, unter Otho jedoch wieder Senatsmitglied.

Literatur:

Stumpf, G.: Numismatische Studien zur Chronologie der römischen Statthalter in Kleinasien, Saarbrücken 1991