Vier Tempel, alle in ionischer Ordnung und auf mehrstufigen Fundamenten mit einer gemeinsamen Bodenlinie. Die beiden mittleren 2-säuligen und frontalsichtigen Tempel werden von schrägseitlich dargestellten gleichartigen Tempeln flankiert; deren Giebel werden von den beiden mittleren Fronten erkennbar überschnitten und sind demnach als rückwärts versetzt zu verstehen. Im Innern der Tempel steht jeweils eine Statue; die äußeren repräsentieren links Domitian und rechts Hadrian. In der Mitte links ist die Artemis Ephesia gut erkennbar, rechts (auf dem Ehrenplatz) steht die Statue des Elagabal. In den Giebelfeldern der Kaiser-Tempel erkennt man jeweils ein Rechteck (vgl. dazu #a0066img), im Giebel des Artemis-Tempels einen Punkt/Globus (dazu s. Notiz zu #a0759img).

Der Vs.Stempel (Karwiese 639/ V 11) ist in dieser Kombination anscheinend nicht bekannt.
Der Rs. Stempel ist nur scheinbar mit SNG Cop 442 (= Trell, B.L. pl.VII.2) und wohl auch Berlin (Löbbecke 1906, keine Abb. gefunden) gleich: ua ist dort die Artemis-Statue gedrungen (und nicht wie hier überschlank) gezeichnet, der Giebel des Artemisions überschneidet denjenigen des Domitian-Tempels nicht, in allen Giebelfeldern sieht man Fenster, die Legenden sind im Verhältnis zum Bild unterschiedlich plaziert.
Eine weitere Variante s. unter #a1055img: Vs. von weiterem Stempel; Rs. mit ungewöhnlicher Umschrift, die Architektur ist nahezu gleich.

Der Platzbedarf für 4 nebeneinander dargestellte Tempel zwingt den Graveur zur üblichen Reduktion der Säulenzahl; die Größe der Tempel wird deshalb durch die mehrstufigen Unterbauten angezeigt. Eine andere Lösung des Platzproblems wurde dadurch möglich, daß man jeweils ein Tempelpaar übereinander angeordnet hat (s. #a0759img).

Die Rs.Legende enthält nicht (wie manchmal zu lesen) "ΑΠΑϹΩΝ", sondern "A (= ΠΡΩΤΩΝ) •ΠΑϹΩΝ" (s. Pick, S.241, Anm.3; s. auch RPC temp 4869).

Literatur:

Pick, B.: Die Neokorien von Ephesos, in Corolla Numismatica (Festschrift B.Head), London, New York, Toronto 1906, S.234-244