Weitere spätrömische Tore: (#a0331img, #a0334img, #a0339img, #a0349img).
Dieses Tor ist im Vergleich etwas anspruchsvoller ausgearbeitet (Spitzbogenreihe unter Traufsims). Allen diesen spätrömischen Darstellungen ist weitgehend gemeinsam, daß recht schematisiert eine wuchtige Mauer dargestellt wird. Die Tore, meist offen, sind oft fast spaltartig schmal; die Türme (2 - 5) sind als solche nur eben angedeutet.
Die Aussage dieser Münzbilder (abgesehen von den Legenden) ist also der symbolhafte Hinweis auf die massive Abwehrstärke der (städtischen) Fortifikationen (*). Dem Bürger soll das Bild Zuversicht und Gefühl der Sicherheit vermitteln, dem potentiellen Angreifer dagegen soll die Unbezwingbarkeit der Mauern vor Augen geführt werden; die immer wiederholten Schlagwörter sind ua Spes, Providentia, Virtus.

Ob es sich, wie überwiegend angeben, um "Lagertore" (sensu strictu) oder (und?) um Stadttore (auf das Wesentliche reduzierte Stadtmauern) handelt, muß wohl offen bleiben; die Diskussion darüber ist deshalb müßig, bautechnisch wird es keine wesentlichen Unterschiede gegeben haben. Das legt das bekannte Bleimedaillon nahe: es zeigt ua das Stadtbild von Mainz (Mogontiacum), durch eine hölzerne Brücke verbunden mit dem gegenüber gelegenen Brückenkopf Kastel (Wiesbaden); die Darstellungen der Befestigungen von Stadt und Lager (castrum) sind gleichartig (so Bayet/1994, S.9f).

(*) Diverse Torformen skizziert bei Bayet (1993), S.78.